Saisonkennzeichen: Wann sind sie sinnvoll?

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Das Auto oder Motorrad nur in bestimmten Monaten anmelden

Fahren Sie Ihr Auto nicht das ganze Jahr über, kann sich für die bestimmte Saison ein Kennzeichen anbieten.

Fahren Sie Ihr Auto nicht das ganze Jahr über, kann sich für die bestimmte Saison ein Kennzeichen anbieten.

Von Frühling bis Herbst sind die Straßen voll von Motorrädern und Rollern. Bei gutem Wetter die Straßen mit dem zweirädrigen Gefährt unsicher zu machen, gehört für viele Fahrer zur warmen Jahreszeit dazu. Den Fahrtwind zu spüren, vermittelt vor allem ein Gefühl von Freiheit.

Damit die Fahrzeuge nicht über das gesamte Jahr zugelassen werden müssen, können bei der Zulassungsbehörde sogenannte Saisonkennzeichen beantragt werden. Diese sind, anders als Kurzzeitkennzeichen, zwischen zwei und elf Monate pro Jahr gültig. Daraus ergeben sich eine niedrigere Steuer und oftmals auch günstigere Versicherungsbeiträge.

Aber wie sieht ein Saisonkennzeichen eigentlich aus? Dürfen Sie ein Fahrzeug mit Saisonkennzeichen auch außerhalb des Zulassungszeitraums auf öffentlichen Straßen abstellen? Was müssen Sie bezüglich der Versicherung bei einem Saisonkennzeichen beachten? Mehr dazu erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Was ist ein Saisonkennzeichen?

In Deutschland existieren Saisonkennzeichen seit 1997. Ein solches Kennzeichen bietet sich vor allem an, wenn Sie Ihr Kfz nicht im gesamten Jahr fahren wollen oder können. Dies ist oftmals bei Motorrädern oder Rollern der Fall. Die Fahrzeuge stehen bei Eis, Schnee und großer Kälte im Winter meistens nur in der Garage und warten auf ihren nächsten Einsatz im Frühjahr.

Saisonkennzeichen bieten sich für Motorradfahrer von Frühjahr bis Herbst an.

Saisonkennzeichen bieten sich für Motorradfahrer von Frühjahr bis Herbst an.

Der Aufbau des Saisonkennzeichens unterscheidet sich kaum vom herkömmlichen Kennzeichen. Ganz links ist der Buchstabe zur Länderkennung ersichtlich.

Anschließend folgt die Abkürzung der jeweiligen Stadt oder des jeweiligen Landkreises. Dahinter sind die Siegel für die Hauptuntersuchung und das Bundesland aufgedruckt.

Es folgt eine individuelle Buchstaben- und Zahlenfolge für die Identifikation des Fahrzeugs. Ganz rechts ist der Zulassungszeitraum eingeprägt. Die obere Zahl definiert den Anfangsmonat der Zulassung. Unter dem waagerechten Strich kann der letzte Monat der Zulassung abgelesen werden.

Steht im Kennzeichen beispielsweise oben eine 03 und unten eine 10, dann bedeutet dies, dass das Fahrzeug vom 01. März bis 31. Oktober des Jahres zugelassen ist. Von November bis einschließlich Februar darf das Fahrzeug mit dem Saisonkennzeichen nicht auf öffentlichen Straßen bewegt oder geparkt werden.

Nur innerhalb des Zulassungszeitraums besteht ein Versicherungsschutz. Außerhalb dieser Zeit muss der Halter das Fahrzeug auf einem privaten Grundstück oder in einer Garage abstellen. Fahrten sind außerhalb des Zulassungszeitraums im öffentlichen Straßenverkehr grundsätzlich verboten. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld sowie Punkten in Flensburg sanktioniert werden. Zudem kann Ihr Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt werden.

Grundsätzlich kann das Saisonkennzeichen für eine Dauer von zwei bis elf Monaten beantragt werden. Die Dauer muss zwangsläufig an einem Stück erfolgen.

Saisonkennzeichen: Welche Kosten entstehen bei der Beantragung?

Saisonkennzeichen ersparen dem Halter eine Menge Behördengänge. Denn soll ein Kfz nur über einen bestimmten Zeitraum hinweg angemeldet sein, muss es ohne Saisonkennzeichen jedes Jahr aufs neue ab- und wieder angemeldet werden.

Ein Saisonkennzeichen hat den Vorteil, dass es jedes Jahr für den gleichen Zeitraum gilt und so Steuern und Versicherungsbeiträge gespart werden können. Außerdem schlägt die Anmeldung der Kennzeichen nur einmalig mit 27 bis 32 Euro zu Buche. Diese müssen bei der zuständigen Zulassungsbehörde entrichtet werden.

Zusätzlich müssen Sie mit Kosten für die Kennzeichenschilder rechnen. Diese können je nach Anbieter unterschiedlich hoch ausfallen. Meistens kostet ein Schild durchschnittlich etwa 12 bis 20 Euro. Damit die Zulassung erfolgen kann, müssen Sie folgende Unterlagen bei der Zulassungsstelle vorlegen:

Saisonkennzeichen schlagen mit Kosten von 27 bis 32 Euro zu Buche.

Saisonkennzeichen schlagen mit Kosten von 27 bis 32 Euro zu Buche.

  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
  • ggf. Vollmacht sowie Personaldokument des Vollmachtgebers
  • Bei Vereinen: Auszug aus dem Vereinsregister im Original oder als beglaubigte Kopie
  • Bei Firmen: Auszug aus dem Handelsregister und Gewerbeanmeldung im Original oder als beglaubigte Kopie
  • Zulassungsbescheinigung Teil II bzw. Betriebserlaubnis
  • Zulassungsbescheinigung Teil I
  • ggf. bisherige Kennzeichenschilder
  • elektronische Versicherungsbestätigung (eVB) mit Angabe des Saisonzeitraums
  • Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung

Wie Sie das Saisonkennzeichen ändern oder verlängern können

Möchte der Halter den Zulassungszeitraum ändern oder verlängern, ist eine förmliche Änderung bei der zuständigen Zulassungsbehörde vonnöten. Der Zeitraum für das Saisonkennzeichen kann dabei sowohl verkürzt als auch verlängert werden.

Zusätzlich zum Verwaltungsakt müssen außerdem die Kennzeichenschilder geändert werden. Der neue Zulassungszeitraum wird aufgedruckt. Damit der volle Versicherungsschutz weiterhin greift, müssen Sie Ihre Kfz-Versicherung kontaktieren, um den Versicherungszeitraum zu ändern. Eine neue elektronische Versicherungsbestätigung ist für die Zulassungsstelle zur Änderung nötig.

Interessant: Saisonkennzeichen werden auch als Wunschkennzeichen vergeben. Dazu können Sie in vielen Städten oder Landkreisen Ihr persönliches Wunschkennzeichen online reservieren. In der Regel fallen dann aber etwas höhere Gebühren für die Anmeldung des Kfz an.

Was gilt beim Saisonkennzeichen bezüglich der Versicherung?

Grundsätzlich müssen Sie das Fahrzeug, für welches Sie ein Saisonkennzeichen beantragen wollen, zunächst bei Ihrer Kfz-Haftpflicht melden. Nach Angabe des Saisonzeitraums bekommen Sie eine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB), die für die Anmeldung vonnöten ist.

Nicht immer ist der Versicherungstarif für einen kürzeren Jahreszeitraum der günstigste. Rechnen Sie die Gebühren für das Saisonkennzeichen bestenfalls durch. Eventuell bietet sich bei Ihnen auch ein Wechselkennzeichen an. Mit diesem können zwei Fahrzeuge das ganze Jahr über im Wechsel betrieben werden.

Übrigens: Denken Sie unbedingt daran, den Versicherungszeitraum bei der Haftpflicht anzupassen, wenn Sie das Saisonkennzeichen verlängern oder verkürzen wollen. Andernfalls gilt der Versicherungsschutz für Ihr Kfz nicht.

Saisonkennzeichen und TÜV abgelaufen: Was Sie beachten sollten!

Saisonkennzeichen: Bei Eis und Schnee fährt es sich mit der "Winterhure" am besten.

Saisonkennzeichen: Bei Eis und Schnee fährt es sich mit der “Winterhure” am besten.

Jegliche Fahrten sind außerhalb des Versicherungs- und Zulassungszeitraums verboten. Auch Prüfungs- und Übungsfahrten dürfen dementsprechend nicht durchgeführt werden, wenn das Kfz nicht zugelassen ist.

Aber was müssen Sie tun, wenn der TÜV außerhalb des Zulassungszeitraums abläuft? Grundsätzlich dürfen Sie das Fahrzeug außerhalb der Saison nicht zum TÜV fahren.

Sollte der TÜV beispielsweise im November 2016 abgelaufen sein und das Fahrzeug ist erst ab März 2017 wieder zugelassen, müssen Sie im März auf direktem Weg zum TÜV oder zur DEKRA fahren, um die Hauptuntersuchung durchführen zu lassen.

Fahren Sie außerhalb des Zulassungszeitraums mit dem Saisonkennzeichen auf öffentlichen Straßen, droht ein Bußgeld von 50 Euro. Kommt es dabei gar zu einem Sach- oder Personenschaden aufgrund eines Unfalls, muss Ihre Kfz-Haftpflicht nicht für den Schaden aufkommen, da dieser außerhalb des Versicherungsschutzes entstanden ist.

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{ 1 Kommentar… add one }
  • Ralf 27. Juni 2018, 21:06

    Das Saisonkennzeichen ist eine äußerst sinnvolle und kostensparende Angelegenheit. Leider ist, durch persönliche Umstände hervorgerufen, die Verlängerung / Änderung genau so kostspielig und aufwendig wie eine Neuanmeldung. Deshalb ist vorher gut zu überlegen, für welchen Zeitraum das Fahrzeug Saison angemeldet wird.

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