MPU – Die medizinisch-psychologische Untersuchung

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Der "Idiotentest" enthält zahlreiche Fragen zu den Gründen der Verkehrsauffälligkeit.

Der “Idiotentest” enthält zahlreiche Fragen zu den Gründen der Verkehrsauffälligkeit.

Die MPU ist mittlerweile zum Schreckgespenst unter den Autofahrern avanciert. Kein Begriff ruft wohl so oft Schweiß auf der Stirn hervor oder hat so viele Halbwahrheiten produziert. Denn die MPU ist immer ein Bestandteil einer äußerst stressigen Situation. Sie steht im Zusammenhang mit der Abgabe des Führerscheins. Dabei befürchten viele vor allem die psychologischen Fragen.

Doch was ist dran an den Gerüchten und den Geschichten, die sich um die MPU ranken? Was ist zu beachten? Wie sehen bei der MPU etwaige Fragen aus? Wie sieht für die MPU eine richtige Vorbereitung aus? Was passiert, wenn Sie die MPU nicht bestanden haben?

Wie können die MPU-Testfragen aussehen? Was kostet ein solches Gutachten überhaupt? Erfahren Sie mehr dazu im nachfolgenden Ratgeber.

Was ist eine MPU?

Die medizinisch-psychologische Untersuchung ist den meisten unter ihrer Abkürzung mit MPU bekannt. Umgangssprachlich wird auch das Synonym Idiotentest verwendet und zeigt die eher negative Einstellung vieler zu dieser Untersuchung. Laut Gesetz ist dies eine Begutachtung der Fahreignung.
Die MPU soll den Fahrerlaubnisbehörden dabei helfen, eine Entscheidung bezüglich der Entziehung und der Neuerteilung der Fahrerlaubnis zu treffen. Die Überlegung dahinter ist die, die Verbesserung der Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Interessant: Die MPU oder den Idiotentest gibt es in Deutschland seit 1954.

Ganz allgemein beinhaltet die Untersuchung die körperliche und geistige Eignung, ein Fahrzeug zu führen sowie Persönlichkeitsmerkmale oder verhaltens- und einstellungsbezogene Voraussetzungen.

Machen Sie den "Idiotentest", ist der Führerschein schon bald wieder in Ihrem Besitz.

Machen Sie den “Idiotentest”, ist der Führerschein schon bald wieder in Ihrem Besitz.

In den meisten Fällen wir dein Idiotentest dann angeordnet, wenn zu viel Alkohol oder Drogen im Spiel waren sowie bei zu vielen Punkten. Doch es existieren auch andere Gründe, um eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung vorzuschreiben:

  • Alkohol am Steuer
  • Unter Drogeneinfluss gefahren
  • Ab acht Punkten in Flensburg
  • Bei körperlichen Beeinträchtigungen
  • Bei geistigen Mängeln

Was Sie im Vorfeld zur MPU wissen sollten

Um den Führerschein wieder zurückzubekommen, müssen Betroffene aus den genannten Gründen eine Untersuchung absolvieren. Dabei gilt es, die MPU auch zu bestehen. Mit ein wenig Vorbereitung und Aufwand sollte dies jedoch für jeden möglich sein.

Wichtig! Die MPU wird seitens einer Behörde oder eines Gerichts angeordnet.

Das Erfassen der Leberwerte während der MPU ist nicht ungewöhnlich.

Das Erfassen der Leberwerte während der MPU ist nicht ungewöhnlich.

Die MPU bieten dreizehn verschiedene Träger an, bei denen Sie diese ablegen und auch weitere Informationen einholen können. Dies sind amtlich anerkannte Begutachtungsstellen für Fahreignung. Dazu gehören unter anderem:

  • AVUS GmbH
  • DEKRA e. V. Dresden
  • IBBK GmbH
  • TÜV
  • Uniklinik Heidelberg

Ein Träger, der sich in Ihrer Region befindet, können Sie auch auf der Website der Bundesanstalt für Straßenwesen finden. Nehmen Sie Abstand von anderen Anbietern, da diese nicht zur Durchführung einer MPU zugelassen sind.

MPU – Der Ablauf einer derartigen Untersuchung

Viele Betroffene hätten vorab für die MPU gern alle Fragen und Antworten, um sicher durch diese Prüfungssituation zu kommen. Deshalb kursieren im Internet auch zahlreiche Fragenkataloge. Damit können Sie sich vorab beschäftigen, aber dennoch ist es sinnvoll, die Fragen während der Untersuchung selbst wahrheitsgemäß und korrekt zu beantworten.

In der MPU werden Sie mit zahlreichen Fragen konfrontiert. Der Idiotentest erfolgt dabei in vier Blöcken:

  1. Eine schriftliche Befragung/ Fragebögen
  2. Eine medizinische Untersuchung
  3. Leistungstests
  4. Eine psychologische Untersuchung
Zur Vorbereitung der MPU eigenen sich Einzelgespräche sowie Gruppenberatungen.

Zur Vorbereitung der MPU eigenen sich Einzelgespräche sowie Gruppenberatungen.

Im allgemeinen Fragebogen müssen Sie Angaben zu Ihrem Lebenslauf machen sowie Ihren Erkrankungen und dem Untersuchungsanlass.

Im Mittelpunkt der medizinischen Untersuchung steht Ihre gesundheitliche Situation, die erfasst werden soll. Dabei spielen die Gründe für die Verkehrsauffälligkeit eine Rolle. In diesem Zusammenhang kann für die MPU ein sogenannter Abstinenznachweis gefordert werden. Anhand dessen muss festgestellt werden, wie lange Sie bei einem Alkohol- oder Drogendelikt darauf verzichten. Wenn Sie mit Alkohol am Steuer erwischt wurden, können an dieser Stelle während der MPU Ihre Leberwerte überprüft werden. Im Falle des Fahrens unter Drogeneinfluss müssen Sie mit der Abgabe einer Urinprobe oder mit der Haaranalyse bei der MPU rechnen.

Unter dem Leistungstest ist bei der MPU eher ein Reaktionstest zu verstehen. Dabei soll die physische Fähigkeit geprüft werden, ein Fahrzeug zu führen. Es ist ein standardisiertes Verfahren unter der Aufsicht eines Computers. Neben der Reaktion spielen auch die Wahrnehmung und die Konzentration eine wichtige Rolle.

Die psychologische Untersuchung ist als ein einstündiges Gespräch konzipiert, indem festgestellt werden soll, ob Sie psychisch in der Lage sind, ein Kraftfahrzeug zu fahren. Der Gutachter folgt dabei bestimmten Strategien und Mustern. Es geht darum herauszufinden, welche Gründe es für die Auffälligkeit und für Ihr verhalten gab, welche Veränderungen Sie etwa in der Zwischenzeit bereits eingeleitet haben und wie Ihre konkreten Ziele diesbezüglich aussehen.

Hier ein paar Beispiele für Fragen, auf die Sie im MPU-Test treffen können und die für das Gutachten elementar sind:

  • Wie ist es zu Ihrer Verkehrsauffälligkeit gekommen?
  • Wie schätzen Sie Ihre Fahrweise ein, insbesondere vor dem Führerscheinentzug?
  • Wie haben Sie sich seitdem verändert?
  • Wie vermeiden Sie es, in die gewohnten Verhaltensmuster zurück zufallen?
Für eine MPU fallen Kosten an, die sich nach der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr richten.

Für eine MPU fallen Kosten an, die sich nach der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr richten.

Doch wie lange dauerte ein MPU eigentlich?

Alle vier Komponenten beanspruchen ungefähr zweieinhalb Stunden, die Sie einplanen sollten. Das Ergebnis der Untersuchung wird Ihnen als schriftliches MPU-Gutachten etwa zehn Tage nach dem Begutachtungstermin zugesandt. Ein MPU-Gutachten zu kaufen ist dagegen strafbar und erfüllt den Tatbestand der Urkundenfälschung.

Für eine MPU zu veranschlagende Kosten

Die Kosten bei einer MPU belaufen sich etwa auf 1.600 bis 2.000 Euro. Dabei ist eine MPU-Vorbereitung bereits mit eingerechnet. Die kann mit 1.000 Euro zu Buche schlagen. Hierbei kann eine MPU-Beratung beziehungsweise eine verkehrspsychologische Beratung sinnvoll sein.

Dort können Sie durch professionelle Unterstützung dauerhafte Verhaltensänderungen einleiten. Eine MPU ohne Vorbereitung gestaltet sich eher schwierig, insbesondere wenn es darum, Strategien anzugeben, um das Verhalten dauerhaft zu ändern. Dabei ist zudem zu bedenken, dass aktuell die MPU-Durchfallquote in Deutschland bei 33 Prozent liegt. Ein Drittel ist demnach beim ersten Mal bei der MPU durchgefallen. Hier können Sie im Vorfeld zu Einzelgesprächen oder Gruppenberatungen gehen. Es ist an dieser Stelle auf seriöse Anbieter zu achten.

Die fixen Kosten für eine Untersuchung sind in der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) geregelt:

Grund für die MPUKosten (Netto) in Euro
Alkohol338
Drogen338
Punkte292
Körperliche/ geistige Beeinträchtigung204
Neurologisch-psychiatrische Beeinträchtigung289

Gibt es für die MPU eine Verjährung?

Die MPU zu umgehen, ist nur möglich mit etwas Geduld und Abwarten. Nach 15 Jahren tritt nämlich die Verjährung der MPU ein und Sie bekommen den Führerschein zurück, ohne eine MPU zu absolvieren.

Im Einzelfall kann es auch vorkommen, dass Sie auch noch nach 15 Jahren ein positives MPU-Gutachten vorlegen müssen, um den Führerschein wieder zu erlangen. Das liegt ganz im Ermessensspielraum der zuständigen Behörde.

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