Unfall ohne Brille: Was kommt auf den Fahrer zu?

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Ohne Sehhilfe hinter dem Steuer

Ein Unfall ohne Brille kann als Fahrlässigkeit gewertet werden.
Ein Unfall ohne Brille kann als Fahrlässigkeit gewertet werden.

Vielleicht hat nicht jeder Brillenträger beim Autofahren immer seine Sehhilfe dabei. Der Grund dafür kann darin bestehen, dass nur eine kurze Strecke mit dem Auto zu fahren ist; möglicherweise hat er die Brille auch einfach vergessen und keine Sehhilfe als Ersatz im Auto. Dabei leuchtet unmittelbar ein, dass jemand mit einem eingeschränkten Sehvermögen, besonders als Kfz-Führer im Straßenverkehr, auf seine Sehhilfe angewiesen ist. Denn eine beeinträchtigte Sicht erhöht das Risiko eines Verkehrsunfalls.

Aber existiert eine gesetzliche Vorschrift hinsichtlich des Tragens einer Brille beim Autofahren? Was droht einem Verkehrsteilnehmer, der beim Fahren ohne Brille einen Unfall verursacht? In diesem Ratgeber finden Sie die Antworten.

Ist die Brille beim Fahren Pflicht?

Zunächst einmal ist zu klären, ob in Deutschland ein generelles Verbot besteht, ohne Brille zu fahren. Sollte eine Person aufgrund einer Sehschwäche auf Kontaktlinsen oder eine Brille angewiesen sein, wird dies auf dem Führerschein vermerkt. Diese Angabe steht dort in Form einer Schlüsselzahl in Feld 12.

Gemäß Anlage 9 Fahrerlaubnisverordnung (FeV) lauten die Schlüsselzahlen auf dem Führerschein bei einem Kontaktlinsen- oder Brillenträger wie folgt:

  • Brille = 01.01
  • Kontaktlinsen = 01.02

Der Eintrag der Schlüsselzahl 01.01 besagt, dass der Inhaber dieses Führerscheins beim Autofahren eine Brille tragen muss. Sollte die Polizei bei einer Kontrolle den Betroffenen ohne die vorgeschriebene Sehhilfe hinter dem Steuer ertappen, ist in der Regel ein Verwarnungsgeld von 25 Euro für diese Ordnungswidrigkeit zu zahlen.

Welche strafrechtlichen Folgen hat ein Unfall ohne Brille?

Wenn ein Unfall ohne Brille Personenschäden zur Folge hat, ist dies fahrlässige Körperverletzung.
Wenn ein Unfall ohne Brille Personenschäden zur Folge hat, ist dies fahrlässige Körperverletzung.

Doch welche Konsequenzen drohen, falls ein Verkehrsteilnehmer mit Sehschwäche einen Unfall ohne Brille verursacht? Diesem Autofahrer kann fahrlässiges Verhalten vorgeworfen werden. Fahrlässigkeit ist in § 276 Absatz 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) definiert:

Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt.

Sollten bei dem Unfall Menschen verletzt oder getötet werden, ist daher von fahrlässiger Körperverletzung bzw. fahrlässiger Tötung die Rede. Laut § 229 Strafgesetzbuch (StGB) wird erstgenanntes Vergehen mit einer Geld- oder einer Freiheitsstrafe, welche bis zu drei Jahrebetragen kann, sanktioniert. Bei fahrlässiger Tötung droht gemäß § 222 StGB eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe, die bis zu fünf Jahre betragen kann.

Sowohl bei fahrlässiger Körperverletzung als auch bei fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr kommen als Nebenstrafen noch weitere Sanktionen hinzu. Der Betroffene erhält nämlich außerdem ein Fahrverbot und drei Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg.

Wie wirkt sich ein Unfall ohne Brille auf den Schutz der Versicherung aus?

Ein Autofahrer, der ohne Brille einen Unfall verursacht, muss mit finanziellen Konsequenzenrechnen. Es ist möglich, dass die Haftpflichtversicherung sich weigert, die Kosten für den Schaden in voller Höhe zu übernehmen. Sie zahlt dann zwar zunächst, doch verlangt später einen Teil der Kosten zurück. Das hängt davon ab, ob nachgewiesen werden kann, dass die fehlende Sehhilfe zur Unfallgefahr beitrug.

Die Kaskoversicherung des Unfallverursachers kann bei nicht benutzter Brille von grober Fahrlässigkeit ausgehen und die Zahlung ganz verweigern. Dadurch wäre der Unfallfahrer gezwungen, eventuelle Schäden am eigenen Fahrzeug vollständig aus eigener Tasche zu zahlen.

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Haftpflicht- und Kaskoversicherung: Erstgenannte Versicherung übernimmt üblicherweise die Kosten für Schäden, die andere durch den Versicherungsnehmer erleiden. Eine Kaskoversicherung hingegen zahlt im Normalfall für die Schäden, die der Versicherungsnehmer selbst zu beklagen hat.

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