Blitzer-Anhänger: Wann kommen die Messgeräte zum Einsatz?

Von Nicole P.

Letzte Aktualisierung am: 5. Juli 2024

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

FAQ: Blitzer-Anhänger

Was ist ein Blitzer-Anhänger?

Als Blitzer-Anhänger oder Blitzanhänger werden Messgeräte bezeichnet, die in einem Anhänger verstaut sind. Mithilfe der Anhängerkupplung lässt sich der Anhänger an einen anderen Standort ziehen, wo dieser unbeaufsichtigt mehrere Tage den Verkehr kontrollieren kann. Daher wird dieser Blitzertyp auch als semistationär bezeichnet.

Wann löst ein Anhänger-Blitzer aus?

Blitzer-Anhänger kommen vor allem im Zuge der Geschwindigkeitskontrolle zum Einsatz und lösen somit bei Tempoverstößen aus. Je nachdem welcher Blitzer auf dem Anhänger installiert ist, besteht aber auch die Möglichkeit, zum Beispiel Verstöße gegen Durchfahrts- oder Überholverbote zu dokumentieren.

Welche Sanktionen drohen, wenn ich mit einem Anhänger geblitzt werde?

Löst ein Radar bei einem Anhänger aus, sieht der Bußgeldkatalog für eine solche Geschwindigkeitsüberschreitung höhere Sanktionen vor als für Pkw. Das Bußgeld liegt dabei je nach Ortslage und Ausmaß des Tempoverstoßes zwischen 30 und 800 Euro. Was im Einzelfall droht, verrät diese Tabelle.

Weiterführende Ratgeber

Blitz aus dem Anhänger: Was hat es damit auf sich?

Welche Vorteile haben Blitzer-Anhänger bei der Überwachung des Straßenverkehrs?
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Um die Sicherheit auf öffentlichen Straßen zu verbessern, werden regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Abhängig von den Anforderungen des Standortes können dabei unterschiedliche Messgeräte zum Einsatz kommen. Dabei wird in der Regel zwischen mobilen und stationären Blitzern unterschieden, die jeweils eigene Vor- und Nachteile aufweisen. Die besten Aspekte beider Blitzertypen sollen die sogenannten Blitzer-Anhänger verbinden. Denn hierbei handelt es sich um ein Messgerät, welches vor Vandalismus geschützt in einem Gehäuse untergebracht ist.

Ebenso wie ein mobiler Blitzer kann der Anhänger zum gewünschten Einsatzort transportiert werden. Dafür ist lediglich ein Zugfahrzeug mit Anhängerkupplung notwendig. Wurde der Standort erreicht und wurde das Messgerät entsprechend der geltenden Vorgaben ausgerichtet, kann der Blitzer-Anhänger dort mehrere Tage verbleiben und eigenständig rund um die Uhr den Verkehr kontrollieren. Eine Überwachung durch Messbeamte ist vor Ort nicht erforderlich, sodass der Einsatz auch an gefährlichen Orten wie Baustellen oder Autobahnen möglich ist.

Darüber hinaus ist ein Anhänger-Blitzer verhältnismäßig unauffällig. Viele Fahrzeugführer nehmen das Messgerät erst wahr, wenn aus dem Anhänger ein Blitz aufleuchtet und das Beweisbild für die Geschwindigkeitsüberschreitung erstellt wird.

Aktuell verfügen zwei Blitzer-Anhänger in Deutschland über eine Zulassung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Dabei handelt es sich um:

  • Enforcement Trailer Semistation von JENOPTIK mit dem Traffistar S350
  • Enforcement Trailer von VITRONIC mit dem POLISCAN FM1

Übrigens! Die Kosten für einen Blitzer-Anhänger liegen in der Regel zwischen 120.000 und 150.000 Euro. Eine Investition, die sich in der Regel innerhalb weniger Jahre durch die Einnahmen der Bußgelder rentiert.

Geblitzt mit einem Anhänger: Was droht dafür?

Was sieht der Bußgeldkatalog vor, wenn ein Pkw mit einem Anhänger einen Blitzer auslöst?
Was sieht der Bußgeldkatalog vor, wenn ein Pkw mit einem Anhänger einen Blitzer auslöst?

Wer seinen Pkw mit einem Anhänger ausstattet, muss bei der Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr besondere Vorschriften beachten. So gilt außerhalb geschlossener Ortschaften für solche Gespanne gemäß § 3 Abs. 3 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Fahrzeugführer, die sich nicht an dieses generelle Tempolimit halten oder durch Verkehrszeichen angeordnete Geschwindigkeitsbeschränkungen missachten, müssen mit Konsequenzen rechnen. Dabei entsprechen die Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog denen für Lkw über 3,5 t und fallen somit härter aus als für einfache Pkw.

Erwischt ein Blitzer einen Anhänger samt Zugfahrzeug bei einem Tempoverstoß, zieht dieser mindestens ein Verwarngeld in Höhe von 30 Euro nach sich. Das höchste Bußgeld liegt laut Bußgeldkatalog bei 800 Euro, wobei zusätzlich auch zwei Punkte in Flensburg und ein dreimonatiges Fahrverbot drohen. Eine Übersicht zu den einzelnen Sanktionen können Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen:

Tat­bestandBuß­geld in EuroPunk­teFahr­ver­bot
Geschwindigkeitsüberschreitung mit Anhänger innerorts
... bis 10 km/h40--
... 11 bis 15 km/h60--
... 16 bis 20 km/h1601-
... 21 bis 25 km/h1751-
... 26 bis 30 km/h2352
1 Monat
... 31 bis 40 km/h34021 Monat
... 41 bis 50 km/h56022 Monate
... 51 bis 60 km/h70023 Monate
über 60 km/h80023 Monate
Geschwindigkeitsüberschreitung mit Anhänger außerorts
... bis 10 km/h30--
... 11 bis 15 km/h50--
... 16 bis 20 km/h1401-
... 21 bis 25 km/h1501-
... 26 bis 30 km/h1751(1 Monat)*
... 31 bis 40 km/h25521 Monat
... 41 bis 50 km/h48021 Monat
... 51 bis 60 km/h60022 Monate
über 60 km/h70023 Monate
* Nur für Wiederholungstäter (zweimal innerhalb eines Jahres die Geschwindigkeit um mehr als 26 km/h überschritten)

Wollen Sie mit einem Gespann schneller unterwegs sein und gleichzeitig verhindern, dass eine Radarfalle wegen dem Anhänger auslöst, können Sie ggf. eine sogenannte 100er-Zulassung beantragen. Denn erfüllt der Hänger die notwendigen Voraussetzungen und ist mit einer entsprechenden Plakette versehen, erhöht sich die zulässige Höchstgeschwindigkeit für diesen auf 100 km/h.

Quellen und weiterführende Links

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Über den Autor

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Nicole P.

Nicole hat an der Uni Mainz Buchwissen und Kulturanthropologie studiert. Sie ist seit 2016 Teil des Redaktionsteams von bussgeldrechner.com und bereitet dafür komplexe verkehrsrechtliche Fragestellungen leicht verständlich auf.

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