Qualifizierter Rotlichtverstoß: Was hat es damit auf sich?

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Bußgeldtabelle: Wie ein qualifizierter Rotlichtverstoß geahndet wird

Ver­stoßBuß­geldPunk­teWei­te­re Konse­quen­zen
Quali­fizierter Rot­licht­verstoß (Sie miss­achteten das Rot­licht der Am­pel trotz Rot­phase von mehr als 1 Se­kunde) 200 €2- 1 Mo­nat Fahr­ver­bot

- je nach Schwe­re der Tat Ent­zieh­ung der Fahr­erlaub­nis + Geld- oder Frei­heits­strafe bis 5 Jah­re
… mit Ge­fähr­dung320 €2- 1 Mo­nat Fahr­ver­bot

- je nach Schwe­re der Tat Ent­zieh­ung der Fahr­erlaub­nis + Geld- oder Frei­heits­strafe bis 5 Jah­re
… mit Un­fall­folge360 €2- 1 Mo­nat Fahr­ver­bot

- je nach Schwe­re der Tat Ent­zieh­ung der Fahr­erlaub­nis + Geld- oder Frei­heits­strafe bis 5 Jah­re

Rote Ampel überfahren? Ausschlaggebend sind die Sekunden

Zieht ein qualifizierter Rotlichtverstoß immer ein Fahrverbot nach sich?
Zieht ein qualifizierter Rotlichtverstoß immer ein Fahrverbot nach sich?

Ampeln tragen einen großen Teil zur Verkehrssicherheit auf deutschen Straßen bei. Schließlich würde schnell Chaosherrschen, würde jeder Autofahrer so fahren, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Gerade an vielbefahrenen Kreuzungenwären Unfälle an der Tagesordnung.

Kein Wunder also, dass das Überfahren einer roten Ampel besonders streng sanktioniert werden kann. In diesem Ratgeber informieren wir Sie darüber, wann ein einfacher bzw. ein qualifizierter Rotlichtverstoßvorliegt und welche Ahndungen der Bußgeldkatalog für die jeweilige Zuwiderhandlung vorsieht.

Einfacher vs. qualifizierter Rotlichtverstoß

In Bezug auf die drohenden Sanktionen spielt es nicht nur eine Rolle, dass eine rote Ampel überfahren wurde, sondern auch, wie lange diese bereits rot war. Es wird dabei zwischen zwei Zuwiderhandlungen unterschieden:

  1. Unter einer Sekunde („Einfacher Rotlichtverstoß“)
  2. Länger als eine Sekunde („Qualifizierter Rotlichtverstoß“)

Daraus ergibt sich: Ein einfacher Rotlichtverstoß liegt vor, wenn Sie als Kraftfahrer eine rote Ampel überfahren haben und diese erst seit weniger als einer Sekundeauf Rot stand. Der Bußgeldkatalog sieht hier ein Bußgeld in Höhe von 90 Euro sowie einen Punkt in Flensburg vor. War die Ampel hingegen bereits seit länger als einer Sekunde rot, ist es ein qualifizierter Rotlichtverstoß.

Wie wird ein qualifizierter Rotlichtverstoß gemäß Bußgeldkatalog sanktioniert?

Qualifizierter Rotlichtverstoß: Mit Augenblicksversagen zu argumentieren, funktioniert nicht in jedem Fall.
Qualifizierter Rotlichtverstoß: Mit Augenblicksversagen zu argumentieren, funktioniert nicht in jedem Fall.

Da das Gefahrenpotenzial um einiges höher ist, wenn die Ampel bereits seit mehreren Sekunden Rot zeigte, zieht ein qualifizierter Rotlichtverstoß ein höheres Bußgeld nach sich. In der Regel liegt es laut Bußgeldkatalog bei 200 Euro. Dazu gesellen sich außerdem zwei Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot von einem Monat.

Sollte sich eine Gefährdung aus Ihrem Fehlverhalten ergeben haben, steigt das Bußgeld auf 320 Euro an. Punkte sowie Fahrverbot bleiben bestehen360 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot kommen auf Sie zu, wenn ein von Ihnen begangener qualifizierter Rotlichtverstoß sogar einen Unfall nach sich zog. Je nach Schwere der Tat kann Ihnen das Ganze außerdem als Straftat ausgelegt werden. In diesem Fall ist eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren gemäß § 315c des Strafgesetzbuchs (StGB) möglich.

Um den drohenden Sanktionen aus dem Bußgeldkatalog zu entgehen, versuchen einige Fahrer, mit dem sogenannten Augenblicksversagen zu argumentieren, nachdem sich ein qualifizierter Rotlichtverstoß ereignete. Die meisten Gerichte erkennen eine solche Argumentation allerdings in der Regel in den wenigsten Fällen an. Es kann dennoch nicht schaden, im Vorfeld einen Anwalt aufzusuchen, wenn Sie einen Einspruch gegen den vermeintlich begangenen Rotlichtverstoß anstreben.

Qualifizierten Rotlichtverstoß in der Probezeit begangen?

Nachdem sie eine Fahrerlaubnis erworben haben, befinden sich junge Fahrer zunächst einmal zwei Jahre lang in der sogenannten Probezeit. Neben den ohnehin fällig werdenden Ahndungen aus dem Bußgeldkatalog drohen Fahranfängern während dieser Zeit noch weitere Konsequenzen. Allgemein findet eine Unterscheidung zwischen A-Verstößen(schwerwiegenden Regelmissachtungen) und B-Verstößen (weniger schwerwiegenden Regelmissachtungen) statt. Ein qualifizierter Rotlichtverstoß wird in die Kategorie der A-Verstöße eingeordnet.

Dementsprechend sollten sich Fahranfänger in einer solchen Situation auf eine Probezeitverlängerung von zwei auf insgesamt vier Jahre einstellen. Weiterhin zieht ein von ihnen begangener qualifizierter Rotlichtverstoß die Aufforderung nach sich, an einem Aufbauseminar teilzunehmen.

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