Unfallhergang – Informationen über den Ablauf eines Verkehrsunfalls

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Über die Schilderung des Unfallhergangs

Den Unfallhergang zu schildern ist ohne Vorlage nicht so einfach.
Den Unfallhergang zu schildern ist ohne Vorlage nicht so einfach.

Ist ein Unfall geschehen, sind die Beteiligten in der Pflicht, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen. Der erste Schritt muss in der Regel die Absicherungder Unfallstelle sein. Dies geschieht durch das Einschalten der Warnblinkanlage und das Aufstellen des Warndreiecks. Gibt es Verletzte, ist der Rettungsdienst anzurufen und Erste Hilfe zu leisten. Besteht Unklarheit bezüglich der Schuldfrage, ist es empfehlenswert, auch die Polizei zu informieren.

Liegen z. B. Personenschäden vor, ist es die Pflicht der Beteiligten, die Polizei über den Unfall in Kenntnis zu setzen. Außerdem sollten die Leute, welche in den Unfall verwickelt sind, den Unfallhergang schildern. Dieser besitzt eine große Bedeutung für die Schadensregulierung. Die Versicherung orientiert sich nämlich am Unfallbericht, wenn es darum geht, über die Kostenübernahme zu entscheiden. Doch was genau gehört in eine solche Beschreibung?

Wie ist ein Unfallhergang zu beschreiben?

Eine Beschreibung zum Unfallhergang wird als Unfallbericht bezeichnet. Dieser ist schriftlichabzufassen. Die in der Beschreibung verwendete Formulierung zum Unfallhergang sollte sachlichund möglichst prägnant sein. Auf Schuldzuweisungen ist zu verzichten. Es ist die Aufgabe der Polizei, den Schuldigen zu ermitteln.

Es existiert für den Bericht über den Unfallhergang eine Vorlage: der Europäische Unfallbericht. Dabei handelt es sich um einen Vordruck, in welchem der Unfallbeteiligte nur noch die nötigen Informationen eintragen muss.

Dieser Vordruck sollte am besten immer im Auto parat liegen, sodass er gleich zur Hand ist, falls er gebraucht wird. Idealerweise werden zwei Ausführungen im Fahrzeug gelagert. Sollte Ihr Unfallgegner keinen Vordruck besitzen, können Sie ihm dann mit einem Exemplar aushelfen.

Den Europäischen Unfallbericht gibt es übrigens in verschiedenen Sprachen, sodass er auch europaweit für die Erläuterung des Unfallhergangs verwendet werden kann.

Die Angaben zum Unfallhergang sollten die Namen der Fahrzeugführer enthalten.
Die Angaben zum Unfallhergang sollten die Namen der Fahrzeugführer enthalten.

Dieser Vordruck für den Unfallbericht fragt unter anderem verschiedene relevante Daten ab. So sind z. B. die Kfz-Haftpflichtversicherung und der Fahrzeugtyp samt Kennzeichen anzugeben.

Des Weiteren wird nach dem Namen des Versicherungsnehmers und des Fahrzeuglenkers gefragt. Von Letztgenanntem ist zusätzlich unter anderem die Adresse und die Nummer des Führerscheins einzutragen.

Darüber hinaus existiert ein Feld für die Beschreibung von sichtbaren Schäden. Außerdem ist der Punkt am Fahrzeug, an welchem der Zusammenstoß erfolgte, in einer kleinen Skizze einzuzeichnen.

Die Beschreibung des eigentlichen Unfallhergangs erfolgt im Unfallbericht nach standardisierten Vorgaben, nämlich durch das Ankreuzen der jeweils zutreffenden Umstände. Das Verfahren ähnelt daher einer Multiple-Choice-Frage. So kann aus mehreren unterschiedlichen Angaben eine Auswahl getroffen werden:

Das Fahrzeug …

  • fuhr an
  • bog in einen Kreisverkehr ein
  • überholte
  • fuhr in gleicher Richtung, aber in einer anderen Spur
  • wechselte die Spur
  • bog links ab
  • bog rechts ab
  • fuhr rückwärts

Soll der Unfallbericht Gültigkeit besitzen, muss er unterschrieben werden. Trägt Ihr Unfallgegner Schuldzuweisungen ein, müssen Sie den Bericht allerdings nicht unterschreiben.

Ergänzungen zur Darlegung des Unfallhergangs

Die Schilderung des Unfallhergangs kann durch Fotos und Skizzen ergänzt werden.
Die Schilderung des Unfallhergangs kann durch Fotos und Skizzen ergänzt werden.

Für eine ausführliche Schilderung des Unfallhergangs müssen sich Beteiligte nicht auf einen Text oder das Ankreuzen zutreffender Sachverhalte beschränken. Es ist in der Regel besser, wenn sie noch andere Möglichkeitennutzen.

Dazu gehört z. B. die Option, im Unfallbericht den Unfallhergang in einer Skizze darzustellen. Dadurch kann das Geschehen besser visualisiert werden. Diese Form der Rekonstruktion durch eine Unfallskizze sollte am besten folgende Informationen enthalten:

  • Standort der beteiligten Fahrzeuge: Es ist selbstverständlich sehr wichtig, zu zeigen, wo sich die Fahrzeuge zum Zeitpunkt des Unfalls befanden. Der Betrachter sollte außerdem nachvollziehen können, welches Kfz zu welchem Fahrer gehört. Um dies zu verdeutlichen, eignet sich beispielsweise eine Nummerierung der Fahrzeuge und die Anfertigung einer Legende.
  • Fahrtrichtung: Für eine gute Darstellung des Unfallhergangs sollte auch die Fahrtrichtung der betroffenen Kfz eingezeichnet werden. Dafür bietet sich z. B. die Zeichnung von Pfeilen an.
  • Standorte von Zeugen: Falls genügend Platz ist, können auch mögliche Zeugen eingezeichnet werden. Dadurch lässt sich nachvollziehen, welchen Blickwinkel sie einnahmen, als sich der Unfall ereignete.
  • Straßenverlauf: Durch die Skizzierung der Straßen soll deutlich werden, ob sich der Unfall z. B. an einer Kreuzung oder in einer Kurve ereignete. Außerdem kann für den Unfallhergang auch von Bedeutung sein, wie viele Fahrspuren die Straße hat, etwa, wenn der Grund für den Unfall ein Fehler beim Abbiegen war.
  • Verkehrszeichen: Möglicherweise hat sich der Unfall vor einer Ampel oder einem Einbahnstraßenschild ereignet. In solchen Fällen sind die entsprechenden Verkehrszeichen in die Skizze aufzunehmen.
  • Weitere feste Bezugspunkte: Es kann sein, dass neben dem Straßenverlauf auch andere örtliche Gegebenheiten eine Rolle spielten, z. B. wenn ein Fahrer gegen einen Baum gefahren ist.

Neben der Skizze können auch Fotografien die Schilderung vom Unfallhergang ergänzen. Dies bietet sich vor allem für die Dokumentation der Unfallschäden an. Die Folgen eines Zusammenpralls an einem Fahrzeug sind für einen Laien nur schwer zu beschreiben. Eine Fotografie kann jedoch einem Experten wertvolle Informationen liefern.

Auch hier ist es nicht verkehrt, feste Bezugspunkte am Unfallort zu berücksichtigen. Wenn die Unfallfahrzeuge zusammen mit Laternenpfosten oder Verkehrsschildern fotografiert werden, lassen sich daraus Rückschlüsse über den genauen Standort der Kfz ziehen.

Spezialisierte Sachverständige können den Unfallhergang ermitteln.
Spezialisierte Sachverständige können den Unfallhergang ermitteln.

Übrigens gibt es Menschen, welche die Unfallrekonstruktion zu ihrem Beruf gemacht haben: Unfallanalytiker. Diese Sachverständigen werden beispielsweise vom Gericht oder von Versicherungen, aber auch von Privatleuten damit beauftragt, den genauen Unfallhergang zu rekonstruieren.

Dafür berechnet der Analytiker beispielsweise die Geschwindigkeit der Unfallfahrzeuge kurz vor dem Zusammenstoß.

Unfallhergang: Ein Muster für die Beschreibung ist hilfreich

Die meisten Autofahrer denken zwar nicht gerne an diese Möglichkeit, doch theoretisch kann jederzeit im Straßenverkehr ein Unfall geschehen. Jeder Verkehrsteilnehmer muss also damit rechnen, dass er in eine Situation kommen kann, in der er den Unfallhergang zu beschreiben hat.

Ein Muster ist dann unter Umständen hilfreich – besonders, wenn die Nerven flattern und es schwer ist, nach dem Verkehrsunfall einen kühlen Kopf zu bewahren.

Wenn Sie bei einem Verkehrsunfall lieber auf einen Vordruck zurückgreifen, anstatt selbst einen Text zu verfassen, empfiehlt sich die Nutzung eines Europäischen Unfallberichts.

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